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Exterior Design Studies – Ikezu ishi

Es ist mal wieder Zeit über meine Arbeit als Exterior Designer zu schreiben.

Läuft man durch Japan, so fallen einem hier und da eventuell große, einbetonierte Steine, sogenannte „ikezu ishi“ an Straßenecken auf.
Auf Japanisch werden sie so geschrieben: 行けず石. Wer ein bisschen Kanji lesen kann, dem wird die Bedeutung eventuell schon klar: „Nicht gehen können Stein“ heißen sie und zeigen an, dass man dort nicht laufen, beziehungsweise fahren darf. Es ist kein öffentlicher, sondern privater Raum.

Von Bekannten habe ich schon zu hören bekommen warum man denn sowas Bescheuertes macht und wozu das denn gut sein soll.
Nun, heute möchte ich das erklären.

Japanische Häuser sind oft von Mauern umgeben, stehen aber nicht direkt an der Straße. Oder vor dem Eingangsbereich befindet sich freier Raum, zum Beispiel für Fahrräder.
Nun sind viele Straßen in Japan aber auch sehr eng, und Japaner stehen auf riesige Familienkutschen oder protzige Autos, die sie sich eigentlich nicht leisten können (nach dem Aussehen ihrer Häuser nach zu urteilen, die fallen nämlich oft schon fast zusammen. Prioritäten werden hier seltsam gesetzt..).
Nun ja.. Versucht man nun mit so einem Auto durch die engen Straßen zu navigieren, schneidet man gerne mal Ecken um um die Kurven zu kommen.
Dies kann zwei Auswirkungen haben:
1. Man rammt die Wand des Anwohners (das passiert wöchentlich ca. 1x bei uns in der Firma).
2. Der Belag der Ecke, sprich Kantsteine oder Beton, gehen durch die so nicht vorgesehene Belastung kaputt.

Ikezu ishi dienen also als Schutz der Anwohner gegen ständige Reparaturkosten. Unter diesem Gesichtspunkt ist ihr Einsatz vielleicht ein bisschen besser zu verstehen.
Zur Veranschaulichung habe ich euch auch ein paar Fotos mitgebracht.

4 thoughts on “Exterior Design Studies – Ikezu ishi

  1. Hoi, Anika
    Allzu „bescheuert“ ist so ein Ikezu ishi nicht, heißt die hiesig gebräuchliche Variante doch „Poler“… 🙂
    Obschon manche der Konstrukte garantiert keinen Design-Preis einheimsen würden. Die Zweckmässigkeit des vorhandenen Material scheint hier das Momentum zu sein.

    Findlinge werden ja ähnlich verwandt, um beispielsweise den Lastverkehr auf der Strasse zu belassen & nicht in die Grünstreifen mäandern zu lassen.

    Anmerkenswert wenn ein SUV sich zentimeter-langsam in eine Parklücke zwängt & hinterm Lenkrad plötzlich bemerkt wird, dass sich die Tür keinen Spalt weit öffnen lässt. 😎

    bonté

    1. Moin RoM,

      verzeih mir meine späten Antworten, wir waren über das verlängerte Wochenende im Kurzurlaub.

      Poller, gerne im Boden versenkbar, gibt es hier auch, nutzen aber wirklich nur bei sowieso breiten Straßen, denn anderweitig kann man damit rechnen, dass sie regelmäßig an- und umgefahren werden.

      Btw. die schönste Variante, die ich bisher gesehen habe, waren dicht an dich gepflanzte Agaven. Wer will schon Kratzer im Lack? Da passt man auf! Und Hundekacke hat man garantiert ebenfalls nicht!

      Seltsam irgendwie, dass große klobige Steine schaffen, was „hübsche“ Poller nicht bewerkstellen können..

      Du würdest staunen, was die Leute hier mit ihren SUVs alles schaffen! Nur um die Ecke bei unserer Firma kommen sie trotzdem nicht 😏

      1. …keine Ursache; ich reimte mir zusammen, dass Ihr wochenends was vorhattet. Wann Familienzeit, wenn nicht dann. Zumal wenn es ein langes war. Freut mich zu hören.

        Agaven habe ja nur auch die Angewohnheit zu wachsen & zu wachsen… 🙂

        Möglicherweise wird an Eurer Ecke auch nur die Geländegängigkeit der SUVs getestet.

        bonté

        1. Aber Japaner kennen dann auch keine Hemmungen einfach die Spitzen der Agavenblaetter abzuschneiden wenn sie zu lang werden. Die Cycas revoluta tun mir auch immer leid.
          Unsere Ecke ist so eng und scharf, da kommen längere und höhere Autos einfach nicht rum ohne anzuecken..

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