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Kyoto mit Kind – Ein Bericht (Tag 2)

Da uns kurzfristig ja das Frühstück gestrichen wurde, mussten Chibi Mamo-chan und ich uns am zweiten Tag irgendwo draußen etwas suchen.
Das ist an einem Sonntag weit ab vom Schuss vor 10h morgens in Kyoto gar nicht mal so einfach..

Die Suche nach Futter

Die Cafés machten entweder später auf, oder sie hatten Sonntags Ruhetag. Da wir um 10h jedoch eine Verabredung am Daitoku-ji hatten, konnten wir nicht warten. Zum Glück fanden wir direkt vor dem Tempel eine Bäckerei und einen Konbini und sogar eine Bank auf der wir frühstücken konnten. Der Parkplatz des Daitoku-ji bot sogar Tauben zum hinterherlaufen!

Der ungeplante Besuch

Irgendwie schafften wir alles so pünktlich, dass ich noch schnell, also wirklich schnell, den Ryogen-in besuchen konnte bevor wir uns am Treffpunkt, dem Daisen-in einfinden mussten.
Der Daisen-in sollte unsere Vormittagsstation werden während wir nach dem Mittag den Zuiho-in besuchen wollten.
Lustigerweise schafften wir es tatsächlich den gesamten Tag in diesen zwei Tempeln zu verbringen. Wenn man bedenkt, dass ich üblicherweise bis zu neun Tempel an einem Tag in Kyoto mache…

Aber mal kurz etwas zum Hintergrund dieser Reise:

über die letzten zwei Jahre hatte ich regelmäßig Kontakt zu einem Deutschen, den der Zuiho-in sehr fasziniert und der beschlossen hatte den Tempelgarten in einem kleineren Maßstab zu Hause nachzubauen. Ich habe ihn dabei ein wenig beraten und recherchiert und als Dank dafür hat er mich nach Kyoto eingeladen damit wir zusammen den „echten“ Garten angucken können.
Inzwischen nehme ich für diese Art von Arbeit Geld, doch er schrieb mich einige Zeit davor an, weshalb ich wirklich unglaublich dankbar bin, dass er mir diese Reise ermöglicht hat.
Jetzt kann ich endlich sagen, dass ich den vielleicht bedeutendsten Trockenlandschaftsgarten Japans (Daisen-in) mit eigenen Augen gesehen habe.

Zen im Daitoku-ji

Der Daisen-in betreut seine Besucher übrigens vorzüglich! Alle dort sind sehr nett und es gibt Erklärungen zum Garten umsonst auf Englisch und in Heftform gegen Bezahlung in vielen Sprachen. Selbst auf Deutsch, dann aber in schwarz/weiß in DinA4 ausgedruckt.
Selbstverständlich gibt es zu dem Tempel auch ein Guidebook von Real Japanese Gardens, jedoch nicht von mir verfasst, sondern von meiner Vorgängerin.

Der Ryogen-in ist ein normaler kleiner Kyotoer Tempel würde ich sagen, aber der Zuiho-in hatte eine furchtbar lustlose Dame an der Kasse sitzen, die nur widerwillig mein Shuincho entgegenzunehmen schien. Und so wie der Stempel mit der Kalligraphie aussieht, hatte auch der Mönch, der sie geschrieben hat, wenig Lust dazu. Dafür hatten wir den Tempel quasi den halben Tag ganz für uns und mein Lütter hatte viel Spaß dort mit der Tochter meines Gastgebers. Um die Halle konnte man einmal herumlaufen, so dass sie wunderbar fangen spielen konnten. Bücher gucken und Karten spielen ging auch, denn es gab ja niemanden, den wir stören konnten und von den Mönchen hat sich keiner beschwert..
Auch so hatte der Lütte auf der weitläufigen Tempelanlage viel Spaß, denn dort fahren eigentlich keine Autos und er ist auch nicht übermäßig besucht.
Gegessen haben wir übrigens im Izusen, dem Restaurant mit buddhistischer Küche auf dem Gelände. Dort hatten wir ein Tatamizimmer für uns, ebenfalls toll mit Kind!

Um 15h machten der Lütte und ich uns aber dann doch auf Richtung Hotel um unseren Koffer abzuholen und gen Heimat zu fahren, denn am nächsten Tag mussten wir beide ja wieder früh hoch. Dieses Mal verlief die Shinkansen-Fahrt zum Glück ohne böse Zwischenfälle!

Meine Tipps für Kyoto mit (kleinem) Kind:

meidet Touristen-Hotspots wie Kiyomizudera, Gion oder den goldenen Pavillon. Wenn ihr es haben müsst weil es zu Kyoto dazugehört, bitte stellt euch auf Gedrängel und Gerempel ein, aber Kyoto hat auch noch andere tolle Sehenswürdigkeiten wie den Daitoku-ji oder das Eisenbahnmuseum!

Reist, wenn möglich, ohne Kinderwagen oder nehmt einen kleinen und leichten mit.

Habt ihr einen Kinderwagen dabei, lauft einfach viele Strecken in der Stadt zu Fuß und haltet an einem der zahlreichen Spielplätze für ein wenig Abwechslung. Kyoto ist kurzläufig, vor allem in der Higashiyama Region!

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