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Exterior Design Studies: Plan vs. Realität

Traditionell beziehen japanische Gartengestalter viele Faktoren in ein Design mit ein. Die den Garten umgebende Landschaft ist dabei genauso ausschlaggebend wie die vorhandene Topographie.
Früher, als Gärten noch hoch geschätzt wurden, hatte ein Gärtner als Künstler große Freiheit bei der Anlage des Gartens. Oftmals wurde nicht einmal ein Plan gezeichnet, der dem Auftraggeber vorgelegt werden musste, sondern der Gärtner entwarf den Garten im Kopf, machte sich grobe Skizzen, und beschaffte die nötigen Materialen. Vor Ort wurden diese dann dort eingebracht, wo sie am besten zur Geltung kamen.

Heutzutage werden Gärten gerne bis ins kleinste Detail geplant. Hier kommt ein Stein von dieser Größe hin und dort zwei Bäume von der Größe, Form und Art. Der Kunde verlangt das, weil er zahlt ja viel Geld dafür. Jeder Plan wird genauestens geprüft und später gegen den Garten verglichen, ob auch ja nichts fehlt, wofür bezahlt wurde und ob auch alles an seinem richtigen Platz ist.

Dabei kann es nur von Vorteil sein den Gärtnern ein wenig freie Hand zu lassen.
Warum, möchte ich heute gerne an einem Beispiel zeigen.

Garden Design Studies - Plan

Laut Plan sollte hier in einem Garten ein Baum in eine Ecke gepflanzt werden. Auf Papier leuchtet das ein, denn ein Baum in einer Ecke wirkt einfach gut.

Hält man nun aber den Plan gegen den realen Garten, so fällt dem geübten Gärtner auf, dass der Baum, ein wenig nach rechts verschoben, zwei hässliche Propangasflaschen des Nachbarn verbergen würde. Selbstverständlich entscheidet sich der Gärtner für den Platz vor den Flaschen und nicht dem, den der Plan vorsieht. Der Gärtner bezieht die umliegende „Landschaft“ auch heute noch in die Anlage eines Gartens mit ein.

Garden Design Studies - Realität

Gerade heutzutage ist es wichtiger denn je dem Gärtner gestalterische Freiheiten zu lassen, denn oftmals werden Pläne nur noch von Designern aufgrund von Grundplänen zu Papier gebracht. Ein Besuch des Grundstücks ist dafür selten erforderlich..
Hat der Gärtner die Freiheit Elemente des Plans an die tatsächlichen Gegebenheiten des Gartens anzupassen, kann dabei nur ein besserer Garten entstehen als auf dem Papier angedacht wurde.

2 thoughts on “Exterior Design Studies: Plan vs. Realität

  1. Yum tuv, Anika.
    PLan & Wirklichkeit können das Selbe meinen, aber gelegentlich Verschiedenes sein. Einmal davon abgesehen, daß Papier sehr geduldig ist & die Praxis ihre eigenen Gesetze kennt.
    Der Ginko verdeckt mit der Zeit zudem auch den Fenstererker über den Flaschen – paßt also doppelt.
    Wobei die beiden Gasflaschen recht unbekümmert in der Gegend stehen (scheint zum Glück keine befahrbare Straße zu sein 😎)
    Der Rollrasen scheint handliche Abmessungen zu haben. Auch nicht schlecht.

    Hoffe, daß Dein Wetter besser ausfällt – in meinen Breiten fällt derzeit Schnee, taut weg & macht Regen Platz. Ein feuchter Januar 🙂.

    bonté

    1. Hallo Robert,
      das stimmt. Was auf dem Plan gut wirkt, muss noch lange nicht passend für die tatsächliche Umgebung sein.
      Ein Designer, der damit keine Probleme hat, ist wirklich ein guter Designer. Ich befinde mich noch auf dem Weg 😉

      Bei dem Baum handelt es sich um „Hainoki“ Symplocos myrtacea und hat möglicherweise keinen deutschen Namen.
      Das mit dem Fenster ist mir auch aufgefallen. Sehr passend! Die Gasflaschen stehen zwischen den beiden Grundstücken weit weg von der Straße. Aber solche Flaschen am Haus zu haben ist etwas außerhalb des Zentrums oder bei alten Häusern durchaus üblich hier. Wir kochen zum Beispiel auch fast ausschließlich mit Gas. Induktion gibt es nur wenn man selbst baut oder wenn man in ein wirklich teures Apartment zieht.
      Rollrasen kennen wir hier nicht. Japaner benutzen kleine Matten. Geschätzt 20x 40 cm.

      Tokioter Winter sind theoretisch sehr angenehm. Tagsüber immer über 0 Grad, blauer Himmel, Sonne, und fast nie Regen. Das einzige Problem sind die schlecht isolierten Häuser, die einen entweder durchgehen die Klimaanlage zum Heizen nutzen, oder einen bei 12-16 Grad frieren lassen.

      Viele Grüße!

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