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Hatsumode am Ise Schrein mit Kind

Wir waren zwar nicht zum Hatsumode am Ise Schrein, aber in ungefähr der Zeit. Deshalb war es unglaublich voll und wir konnten den Ise Schrein nicht auf normalem Weg besuchen.

Heute erzähle ich euch ein wenig darüber wie wir trotzdem ziemlich entspannt diesen Schrein besuchen konnten.

Vorab

Der Ise Schrein ist Japans bedeutendster Schrein und für jeden nicht-christlichen und nicht-atheistischen Japaner ausgesprochen wichtig.

Dementsprechend sieht man am Ise Schrein zwar vereinzelt Touristen, jedoch keine ausländischen Touristengruppen. Zumindest habe ich bei meinen beiden Besuchen keine gesehen und jeder, der den Ise Schrein betritt sollte sich bewusst sein ein Heiligtum zu betreten, für das es gewisse Regeln gibt.

Noch eine kleine Legende: Paaren soll es Unglück bringen den Ise Schrein zusammen zu besuchen. Für Familien wiederum ist es ok.
Weshalb das so ist? Die Gottheit, der der Schrein geweiht ist, ist Japans Urmutter Amaterasu, die Sonnengöttin, und sie mag es angeblich nicht Paare zu sehen.
Solche Geschichten findet man übrigens nicht nur für den Ise Schrein, sondern auch an unbedeutenderen Orten.

Die Anfahrt

Aber nun zu unserem Besuch. Wir kamen von Hamamatsu aus und wollten nicht einfach auf der Autobahn hin und zurück fahren. Deshalb entschieden wir uns auf dem Hinweg für die Fähre südlich von Toyohashi.

Für einen normalen Kleinwagen mit zwei Erwachsenen und einem Kind das nicht zählt schlägt sie mit etwa 7000 Yen zu buche, ist also nicht grade günstig. Dafür wird man aber mit Glück einmal ordentlich durchgeschüttelt und sieht die wunderschöne Landschaft von Ise vom Wasser aus.

Auf der Fähre gibt es einen kleinen Imbiss, einige Flächen vor denen man die Schuhe auszieht und auf dem Boden sitzen kann (zu empfehlen mit Kleinkind), und Bänke. Die Bodenplätze sind nicht mehr sonderlich beliebt, weshalb hier Kinder ein wenig toben können. Es ist auch der Platz wo man Kinderbücher und Rettungswesten für Kinder findet.
Eine Wickelkommode gibt es in den Damentoiletten auf dem 1. Passagierdeck.
Selbstverständlich gibt es auch Sitzplätze mit Tischen. Außerdem kann man raus gehen und die Landschaft ohne schmutzige Scheiben zwischen einem und dem Meer genießen.

Fähre nach IseFähre nach IseFähre nach IseFähre nach Ise

Einmal von der Fähre heruntergefahren geht es nach rechts Richtung Ise. Man fährt auf dem Weg an den Meoto Iwa vorbei, den berühmten zwei Felsen im Meer, die durch ein tonnenschweres Seil miteinander verbunden sind. Diese zwei Felsen dienen übrigens als Torii und sollten der erste Stopp auf einer richtig ausgeführten Pilgerreise nach Ise sein.

Der Geku

Von dort geht es weiter zum Geku (外宮), einem der zwei Schreine des Ise Schreins.

Wer tatsächlich zur Hatsumode Zeit nach Ise fährt, sollte unbedingt den Shuttlebus Service in Anspruch nehmen, auch wenn dieser einen 1000 Yen kostet.
Man parkt sein Auto außerhalb der Stadt und wird mit einem Reisebus bequem bis zum Geku gebracht. Karren und Kinderwagen dürfen zusammengeklappt mitgenommen werden. Kindersitze gibt es allerdings nicht!
Der Bus hält nicht direkt vor dem Geku, man muss noch ein wenig laufen bis man zum Eingang des Schreins kommt. Toiletten auf dem Schreingelände gibt es nicht, man sollte die am Eingang nutzen. Eine Wickelmöglichkeit gibt es bei den Gebäuden auf dem Gelände, bei denen man auch Glücksbringer oder den Tempelstempel Shuin (朱印) kaufen kann.

Etikette

Wer den Ise Schrein besucht sollte sich der allgemeinen Etikette des Schreinbesuchs bewusst sein, dennoch schreibe ich kurz worauf man achten sollte.
Vor den Torii wird sich einmal verbeugt bevor man hindurch geht. Der Weg in der Mitte ist traditionell der Weg der Götter und sollte frei bleiben.
Gilt insbesondere für Erwachsene: es wird nicht gerannt, laut gesprochen, laut gelacht. Selbstverständlich braucht man sich nicht wie auf einer Beerdigung zu benehmen, aber lautes Rufen ist unangebracht.

Fotografieren auf dem Gelände ist erlaubt, nur unmittelbar am Hauptschrein ist es ausdrücklich verboten. Man darf den Hauptschrein allerdings von weiter weg fotografieren.

Ise Geku

Auch beim Ise Schrein wird das Geld in die Spendenbox geworfen, sich zweimal verbeugt, zweimal in die Hände geklatscht, gebetet und sich am Ende noch einmal verbeugt. Am Izumo Taisha ist das zum Beispiel anders. Aber darüber könnt ihr hier lesen.

Der Naiku

Der zweite und wichtigere Schrein des Ise Jingu, der Naiku (内宮) liegt einige Kilometer entfernt vom Geku. Wer läuft muss etwa eine Stunde einplanen. Der Bus bringt einen in einer halben dorthin. Jedoch muss man zur Hatsumode Zeit, also im Januar, sehr sehr lange anstehen um in einen Bus zu kommen und wird dann darin zerquetscht. Für Nutzer des Shuttelbusses ist es daher bequemer einmal bis zum Parkplatz zurück zu fahren und dann mit dem Shuttelbus zum Naiku zu fahren. Leider gibt es nämlich keine direkte Shuttelbus-Verbindung zwischen Geku und Naiku.

Am Naiku wird man auf einem großen Parkplatz am Eingang der Geschäftsstraße abgesetzt, die bis zur Brücke zum Naiku führt. Zur Hatsumode Zeit ist sie absolut überfüllt, etwa wie die Takeshita Dori in Harajuku an einem Sonntag zur Haupturlaubszeit. Wenn man nicht vorhat etwas dort zu essen oder zu kaufen und auf das Sightseeing verzichten kann, sollte also vor allem mit kleinem Kind lieber die Hauptstraße rechts von ihr gewählt werden.

Übrigens sollte man die Schreinbesuche zur Priorität machen und keine unnötigen Stopps einlegen. Einkaufen sollte man also später, Mittagessen ist aber natürlich ok.

Was man essen sollte

Die Spezialitäten von Ise und dem Ise Schrein sind übrigens: Ise Udon, Akafuku (Mochi mit Roter Bohnen Paste), Ise Ebi (Languste), Muscheln und -nicht wirklich, aber ich führe es hier trotzdem auf- Matsusaka Gyu, ein ebenso wie das berühmte Kobe Beef absolut hochwertiges und zu empfehlendes Rindfleisch.

Erreicht man die Brücke, die auf das Gelände des Naiku führt, so hält man sich rechts auf ihr und läuft auch auf der rechten Seite des Wegs weiter. Anders als beim Geku findet man auch innerhalb des Schreins Toiletten. Kurz nach diesen gibt es das Handwaschbecken. Doch die Eingeweihten wissen, dass man sich traditionell am Fluss dahinter rituell wäscht.
Nun geht es weiter bis zum Hauptschrein, der übrigens alle 20 Jahre neu gebaut wird. Das hat zum Teil den Grund, dass die traditionelle Baukunst nicht verlernt wird. So gibt eine Generation das Wissen an die nächste weiter.
Solltet ihr in der Zeit den Schrein besuchen, in der der Hauptschrein auf der linken Seite steht, betet unbedingt auf der rechten Seite und verlasst das Gelände rechts. Zu Hatsumode wird ein Weg um den rechten Bauplatz herum und hinter dem Hauptschrein entlang geöffnet, der interessante Ausblicke öffnet.

Ise Naiku

Wer ein Shuin oder einen Glücksbringer kaufen möchte, dem empfehle ich zur Hatsumode Zeit an den ersten Verkaufsständen vorbei zu gehen, denn es kommen noch weitere, die nicht ganz so voll sind. Hier gibt es auch einen beheizten Raum, in dem man eine Pause machen, Babys wickeln, oder ein Shuincho (朱印帳) kaufen kann.

Übrigens führt zum Hauptschrein nur ein langer Schotterweg und zum selbigen eine Treppe nach oben. Wenn möglich sollte auf einen Kinderwagen verzichtet werden. Vor allem wenn er nicht geländegängig ist. Wir sahen unterwegs einige am Rand stehen, die einfach abgestellt wurden, weil es mühsam war sie zu schieben. Doch Vorsicht! Die Routen zum Schrein und vom Schrein weg teilen sich! Man sollte den Kinderwagen, wenn man ihn doch mitgebracht hat, nur am Eingang irgendwo in einer unbenutzten Ecke abstellen.

Vom Naiku ging es für uns nach einer Stärkung an Akafuku und warmem Hojicha zurück zum Parkplatz und zu unserem Auto (das wir immer von meiner Schwiegermutter leihen wenn wir zu Besuch sind). Von Ise aus haben wir dann die Autobahn nach Hause genommen. Bis Nagoya war es auf der Autobahn noch sehr voll und man musste mit Stau rechnen. Selbst als wir auf eine Raststätte fahren wollten mussten wir etwas anstehen. Aber so ist das halt in Japan.

Ich hoffe, ich konnte ein paar nützliche Tipps zum Ise Schrein mit Kind geben! Viel Spass bei eurem Besuch!
(Selbstverständlich kommt man nach Ise auch mit der Bahn!)

3 thoughts on “Hatsumode am Ise Schrein mit Kind

  1. Aloha, Anika.
    Im Grunde beschränkt sich meine Reisaktivität auf das Sofa (Bücher, Filme, Radio); mit dem Lesen Deiner Hinweise, wie dem Schauen der Fotos bin ich also bereits vollauf zufrieden zu nennen. 🙂
    Ich kann Dir also versichern, daß ich noch nie Teil einer Touristengruppe war.
    Bei Wartezeit mit anschließender Bus-Enge ist der einstündige Fußmarsch dann doch eine denkbare Option. Just bei schönem Himmel.
    Liegen gebliebene Kinderwägen machen demzufolge dann eine zweite Tour über Schotterwege notwendig. Wird demnach langsam Zeit für den schwebenden Wagen.

    Die zu sehende Archtektur wird sicher anmerkenswert sein (wobei ich lieber der Sofa-Tourist bin – just weil mir Rituale eher fremd sind).
    Ein schöner Einblick. Domo arigatou, Anika.

    bonté

    1. Hallo Robert,
      Grade heutzutage kann man ja schon gut „virtuell reisen“ wenn man es nicht so mit dem echten reisen hat. Dank authentischen Berichten, die nicht für das Fernsehen aufbereitet übertrieben wurden, bekommt man sogar tatsächliche Einblicke in die Laender. Zwar definitiv noch subjektiv, aber dennoch breit gefächert. Dafür liebe ich Blogs 😉

      Wir waren froh den Shuttlebus nutzen zu können. So kamen wir entspannt von a nach b. Zumindest so entspannt wie es mit nem zweijährigen Wildfang möglich ist..

      Viele Gruesse!
      Anika

      1. …der stets charmante Blick auf Japan ist mit ein Grund, warum ich hier hängen geblieben bin. Doch ja, das Net hat seine feinen Seiten – eben habe ich noch einer Australierin aufmerksam zugehört, die über den vergangenen Tag auf dem Sundance Festival berichtete. Über Filme von Frauen über Frauen. Yay! (wie Mouse zu sagen pflegt).
        Einen feinen Tag!
        bonté

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