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Der NaNoWriMo 2018 – Ein Bericht

Wer meinen Blog dieses Jahr im April/ Mai schon gelesen hat, der hat möglicherweise die Beiträge gesehen, in denen ich erwähnte, dass ich wieder schreibe.
In einem dieser Beiträge habe ich großspurig erklärt, dass ich von nun an regelmäßig schreiben werde, bis zum November an einem Plot arbeite, und dann am NaNoWriMo, dem National Novel Writing Month teilnehmen werde.
Ich habe zwischen diesem Beitrag und November eine japanische Sage mit ca. 2000 Worten um- / neu geschrieben, ein paar hundert Wörter zu einer bestehenden Geschichte hinzugefügt und eine Kurzgeschichte angefangen. Vom regelmäßigen Schreiben und Plotten keine Spur.
Und dann war es plötzlich Ende Oktober…
Beziehungsweise, es war der wirklich letzte Tag im Oktober, ich saß vor dem Mac und plötzlich schoss es mir durch den Kopf: Morgen beginnt der NaNo!
Also hingesetzt und angemeldet!

Viele von euch werden sicher nicht wissen was der NaNoWriMo ist, weshalb ich ihn kurz erklären möchte. Ich selbst bin während meiner Buchbloggerzeit auf ihn gestoßen.

Ziel jedes einzelnen Teilnehmers des NaNos ist, vom 1. November bis zum 30. November 50.000 Worte eines (neuen) Romans zu schreiben. Dabei geht es erstmal um Quantität, nicht um Qualität.
Um sich das besser vorstellen zu können: 50.000 Worte sind etwa 200 Buchseiten.

Täglich müssen mindestens 1.667 Worte geschrieben werden um dieses Ziel zu erreichen. Natürlich kann man das auch einfach so das ganze Jahr über machen, aber der NaNoWriMo ist noch mehr. Er ist eine Challenge. Eine Zeit im Jahr, in der man sich ernsthaft hinsetzt und an seinen Zielen arbeitet. Und das tut man nicht allein. Auf der ganzen Welt gibt es Teilnehmer, die sich vernetzen um gemeinsam die 50.000 Worte zu erreichen. Man motiviert sich gegenseitig weiter zu machen und hilft einander wenn man mal feststeckt und mit seiner Story nicht weiter kommt. Es gibt Wordsprints, in denen man zusammen, jeder für sich, in einer bestimmten Zeitspanne so viele Wörter schreibt wie möglich, und es gibt Wordprompts, ein bestimmtes Wort/ eine Idee, das/ die man auf welche Weise auch immer in seiner Geschichte einbauen kann. Außerdem erhält man Motivations-Emails und Pep-Talks.
In Japan gibt es zudem Line Gruppen und einen Discord Channel, sowie verschiedene Treffen, zu denen man gehen kann.
Das ist aber immer noch nicht alles! Der NaNoWriMo fördert Schreibprogramme, für die Spenden gesammelt werden und Teilnehmer können, soweit ich informiert bin, das Schreibprogramm Scrivener später vergünstigt erwerben.

Soviel zum NaNo. Und wie habe ich mich geschlagen? Vorweg: ich habe nicht gewonnen, also ich habe nicht die 50.000 Worte geschafft.
Obwohl es sehr gut für mich anfing! Die erste Woche verging, ich schrieb jeden Tag und hatte nach einer Woche die vorgegebene Wortzahl. Ich schrieb übrigens auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn, entweder auf dem Handy oder dem Tablet. Auf einer Strecke schaffte ich rund 500 Worte. Wenn ich in der Mittagspause schrieb während ich auf mein Essen wartete, hatte ich fast schon meine 1.667 Worte zusammen. Auch die zweite Woche war ok, ich holte das, was ich an einzelnen Tagen verloren hatte, an anderen wieder auf. Mein Problem waren nämlich die Wochenenden.. Wenn die Fahrtzeit wegfiel, dann kam ich kaum zum Schreiben.
Gegen Ende der zweiten Woche dann war es aber um mich geschehen, ich verlor so viel an Worten, dass die Hoffnung noch alle 50.000 im November zu schaffen, sehr schnell verflog.
Also mein zweites Ziel – 500 Worte an einem Tag. Auch das schaffte ich immer seltener je weiter der Monat voranschritt. Das lag aber eher weniger an fehlender Zeit als mehr an der Tatsache, dass ich in der Mitte des Buches stecke und die Handlung nur schleppend voran ging. Da flutschte es beim Schreiben nicht so gut. Mein drittes Ziel: jeden Tag zu schreiben, habe ich allerdings geschafft, auch wenn es an einem Tag dann nur mal 72 Worte waren, die ich schnell noch im Bett vor dem Einschlafen getippt habe.
Im Endeffekt habe ich etwa 30.000 Worte während des NaNos geschrieben. Dazu kommen dann noch etwa 14.500 Worte, die ich vorher schon hatte. Ingesamt also eine recht beschauliche Anzahl.

Und worum geht’s in meiner Story? Tja.. das will ich nicht verraten, denn: es ist mir peinlich!! Ganz ehrlich! Diese Geschichte ist mir glaube ich 2009 das erste Mal im Kopf herum geschwirrt und ich habe begonnen sie aufzuschreiben. Seit dieser Zeit sind also 9 Jahre vergangen und man kann sich vorstellen, dass ich mich weiter und in eine andere Richtung entwickelt habe. Dennoch wollte ich diese Story aufschreiben, weil es eine der wenigen Geschichten ist, die einen einigermaßen ausgereiften Plot hat. Also gewisse Punkte, die ich gesetzt habe und die erreicht werden müssen. Zum Ende des NaNos war ich selbstverständlich noch nicht mit dem Roman fertig, aber er geht langsam aber sicher dem Ende entgegen. Es gibt noch einige Dinge, die ich aufschlüsseln und zusammenbringen muss und ich hoffe ehrlich, dass das nicht erst beim NaNoWriMo 2019 passieren wird!
Dennoch, diese Geschichte ist für mich, ich habe also alle Zeit der Welt. Ich möchte sie nicht veröffentlichen. Dazu ist zum einen der Plot zu schlecht, als auch mein Schreibstil. Und durch Quantität über Qualität beim NaNo würde die Bearbeitung sicherlich nochmal genauso lange dauern wie das Schreiben vorher…

6 thoughts on “Der NaNoWriMo 2018 – Ein Bericht

  1. Sali, Anika.
    Schreiben ist, wie so manche Tätigkeit des Menschen, zutiefst ausbaubar. Von der Einkaufliste bis hin zum Haiku. Die Abstufungen dazwischen sind fließend. Noch als frühzeitliche Jäger kamen Menschen auf den Gedanken, sich durch ein Bild auzudrücken – & Bilder führten irgendwann zur Schrift.
    Selbst eine Geschichte zu schreiben, ist wie der Gang durch die eigenen Gedankenwelten. Es reicht aus sie einzig für sich zu schreiben, denn das Teilen einer Geschichte teilt sie auch mit jedem Lesenden. Teilen bedeutet öffnen. Aber nicht jeder Gedanke will geteilt sein.
    So bleibt es immer eine eigene Enscheidung.

    Bei mir waren es ein paar SF-Kurzgeschichten. Danach Besprechungen, weil die sich leichter angingen. Irgendwann erlosch dann das Feuer; ich schreibe also einzig noch Blog-Kommentare, Mails & gelegentlich einen Sinnspruch, den ich als fremdes Zitat kleide.

    Meine Hochachtung für Dein Schreibengagement, das Du in den Alltag zu schieben verstehst.
    „Wer in Gedanken schreibt, möchte Gedanken mit Vielen teilen – oder die Worte nur sich selbst zum Geschenk machen.“
    (Florance Ippdit)

    bonté

    1. Hallo Robert,
      Ich habe während des Nanos gemerkt, dass ich nicht zum Schreiben längerer Geschichten geschaffen bin. Mein Respekt an jeden, der das durchzieht! Und dann noch Mehrteiler fabriziert, die in sich schlüssig sind…
      Ich habe während des Nanos mehr als einmal das Problem gehabt, dass ich mich patu nicht mehr erinnern konnte wer nun welchen Auftrag erhalten hat oder in welchem Kapitel ich es geschrieben habe. Nachlesen hätte also kostbare Zeit benötigt. Ebenso wie das Schreiben von Notizen zum jeweiligen Kapitel.
      Ich habe diese Geschichte, die ich fertig schreiben möchte, und noch eine weitere. Aber dann war es das für mich auch mit langen Stories und ich werde höchstens noch kurze Texte und Blogbeiträge schreiben. Das Schreiben von guten Büchern überlasse ich liebend gerne anderen!

      War das am Ende jetzt auch so ein erwähntes Zitat?

      1. …darf ich vielleicht anmerken, dass Du auch Sachbücher schreibst? Das schüttelt man/frau jetzt auch nicht leger aus dem Ärmel. Kudos!
        Aber es stimmt, das Schreiben von Geschichten kann schnell in das Gestrüpp „Unübersichtlichkeit“ ausbrechen.
        Dreist erwähne ich auch noch Deine Posts hier; ohne den Reiz des Besonderen wäre ich sicher nicht hängen geblieben. 🙂

        Yep, Florance ist eines meiner „Pseudonyme“…
        „Words are the bricks to stitch any universe just outa thoughts.“
        (Saoirse O’Boinor)
        🙂

        bonté

        1. Danke für die netten Worte 🙂
          Meine Arbeit trenne ich bewusst von meinem freizeitlichen Schreiben.
          Ich muss ehrlich gestehen, dass mir das Schreiben von „Sachbüchern“ auf Englisch nicht ganz so viel Spaß bereitet… Lockere Blogposts behagen mir mehr 😉

  2. Ich ziehe meinen Hut, dass du dich überhaupt ran getraut hast. Dieses Jahr sollte ich es vielleicht auch einfach fest einplanen.
    Wie machst du’s am Handy. Tippst du tatsächlich mit den Daumen oder hast du dir eine Tastatur dafür geholt?

    1. Einfach anmelden, loslegen und gar nicht drüber nachdenken. Dann klappt das 😉

      Am Handy habe ich die zwei Daumen Technik. Wenn ic nur eine Hand frei habe, schreibe ich tatsächlich nur mit einem Daumen.
      Allerdings hatte ich auch mein iPad dabei und wenn es der Platz zuließ, habe ich auf dem mit richtiger Tastatur geschrieben.

      Ich hatte mir mal eine Tastatur für mein Handy geholt, aber das Schreiben klappt damit nicht so gut, weil ich immer das Y und das Z vertauscht habe. Ä ö und co fehlten mir dort auch… beim ipad klappt es recht gut wenn man erstmal raushat wie man tippen muss damit es die Wörter automatisch umwandelt.

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