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Der Akasaka Palast

Gleich neben dem Gelände des Kaiserpalastes findet man einen uminösen, riesigen grünen Fleck auf der Karte.
Läuft man daran vorbei sieht man, dass alles mit hohen Mauern und Zäunen gesichert ist. Findet sich doch mal ein Spalt, so stehen vor ihm Polizisten in schwerer Uniform mit Schusswaffen.

Dies ist das Gelände des Akasaka Palastes, der noch heute Wohnort der kaiserlichen Familie ist. Ein kleiner abgetrennter Bereich beherbergt die Unterkunft für wichtige Staatsgäste.

Durch einen netten Zufall konnte ich mir diesen Bereich, die Anlage für die kaiserliche Familie ist natürlich nicht zugänglich, endlich mal von innen ansehen.

Mamoru schlug vor auf dem Weg vom Kouya Ramen Restaurant nach Hause nicht den einfachen Weg über Yotsuya zu nehmen, sondern bis nach Aoyama zu laufen um von dort direkt unsere Bahnlinie nach Hause zu nehmen. Das Wetter war so schön, da sage vor allem ich nie nein zu einem Spaziergang.
Dieser Weg führt vorbei am Akasaka Palast, an dem das Tor offen stand und viele Wachleute platziert waren. Auf unsere neugierigen Blicke gaben sie uns sofort Auskunft darüber, dass der Palast momentan öffentlich zugänglich sei und Mamoru war, genau wie ich, sofort Feuer und Flamme.

Also ließen wir uns und den Kinderwagen am Eingang durchleuchten, zahlten eine gesalzene Summe, und guckten uns den Garten an. Den Palast von innen schenkten wir uns, denn mit Kinderwagen und Chibi Mamo-chan wäre es nicht ganz so entspannt geworden.
Den japanischen Pavillon konnten wir nicht ansehen, denn dafür musste man an einer Führung teilnehmen, für die man sich vorher anmelden muss.
Das taten wir dann zu Hause. Eigentlich wollten wir alle zusammen gehen und uns dann auch den Palast ansehen, denn der Eintritt für ihn ist im Tourpreis für den Pavillon enthalten (übrigens kostete mich der Spaß 2000 Yen, so viel wie meine öffentlichen Touren für einen halben Tag!), aber leider sind Kinder im Pavillon nicht erlaubt.
So endete es damit, dass ich alleine an der englisch-sprachigen Tour teilnahm, zusammen mit vier anderen Ausländern, und Mamoru auf den Lütten aufpasste.

Was soll ich sagen.. Der japanische Pavillon hat viele wundervolle Details zu bieten, die ich leider mit meinem ungeschulten Auge nicht alle finde. Trotzdem haben mich zwei Kompositionen mit Bambus begeistert.
Leider war es im Gebäude nicht erlaubt Fotos zu machen und draußen war das Wetter ausnahmsweise Mal nicht so toll, weshalb auch die Bilder dort eher trist geworden sind.
Der Palast war ebenfalls beeindruckend, wobei ich kein Fan von Prunk bin. Und als mir ein Angestellter erzählte dass die Wandbehänge in dem einen Zimmer weggeschmissen werden, wollte ich nur laut rufen: „NEIN!! Gebt sie mir! Ich näh da was schönes draus!“ Obwohl sie teilweise recht durchgescheuert waren, zumindest das Ausstellungsstück, waren große Flächen echt noch gut in Schuss.. wirklich mal wieder ein Fall von mottainai..
Aber ich kann auch verstehen, dass man so etwas nicht einfach einer einzelnen unbedeutenden Person geben kann, die da Taschen draus machen will… Nun ja..

Ich werde euch übrigens keinen Spruch bringen wie „es war beeindruckend über den gleichen Weg zu laufen wie Donald Trump“ oder so.. Mit ist es ziemlich egal wo irgendwelche Persönlichkeiten lang gelaufen sind.
Für gewöhnlich ist es nämlich so, dass die Orte nicht toll sind weil da irgendwer gewesen ist, sondern die Leute sind dort gewesen, weil der Ort toll ist 😉
Aber für alle, die solche Orte gerne spüren, empfehle ich mal einen Trip zum Hamarikyu oder Shinjuku Gyoen, gerne mit mir als Guide, dann erzähle ich euch mal wer da so alles großes gewandelt ist, angefangen bei den Tokugawa Shogunen, den Herrschern über Japan in der Edo Zeit 😉

Wie auch immer. Unser erster Besuch im Akasaka Palast war ein wundervoller Abschluss eines grandiosen Tags in, vor allem, Shinjuku!

Geschichte des Palastes

In der Edo Zeit lag hier das Anwesen der Kishu-Tokugawa, eines offiziellen Zweigs (Gosanke) der Haupt-Tokugawa, der berechtigt war Shogune zu stellen (genau wie der Mito und der Owari Zweig).

Nach Fall des Shogunats und nachdem das Gelände in den Besitz des Kaisers übergegangen war, wurde 1909 nach zehn Jahren Bauzeit der Akasaka Palast als Residenz für den damaligen Krohnprinzen eröffnet.
Dieser zog jedoch eine andere Residenz vor und lebte tatsächlich nie hier.

Der Grund weshalb der Palast im europäisch-neo-barocken Stil große Erdbeben und andere Katastrophen überlebt hat ist übrigens der, dass das Konstrukt mit Eisenbahnschienen und extrem dicken Mauern verstärkt wurde. Hier wollte man auf Nummer Sicher gehen!

1964 diente es noch als Hauptquartier des olympischen Kommitees, doch schon fünf Jahre später wurde es umgebaut und 1974 als offizielles Staatsgasthaus eröffnet. Zur gleichen Zeit wurde der japanische Annex gebaut, der nicht zum Übernachten, sondern zum Vorführen japanischer Kultur gedacht ist.

Vor dem Gebäude (Gartenseite) befindet sich ein Koiteich und Staatsgäste dürfen die Fische füttern. Damit sie auch Interesse an dem hohen Besuch zeigen, werden sie vorher übrigens ein wenig ausgehungert.
Auf der anderen Seite, beim Eingang, findet sich ein kleiner Trockenlandschaftsgarten, der erst später gebaut wurde, und ein Heliport.
Im Inneren gibt es einen großen Tatamiraum mit viel Platz zum Essen, für Demonstrationen oder Vorführungen, ein Restaurant, und ein Teehaus – alles mit exklusiven Materialien und hoher Handwerkskunst gebaut.

Wer im Februar/ März/ April in Japan ist, sollte auf jeden Fall mal versuchen einen Blick auf das Gelände zu werfen, denn es zeigt den Teil der japanischen Geschichte als Japan um jeden Preis versuchte sich seine Position unter den westlichen Großmächten zu sichern.


Öffnungszeiten
10:00 – 17:00 Uhr
Einlass bis 16:00 Uhr

Geschlossen:
Mittwochs
Während Staatsaktivitäten
Hier geht’s zum Öffnungskalender

Preise
Garten:
Erwachsener: 300 Yen
Student & drunter: frei

Garten und Hauptgebäude:
Erwachsener: 1500 Yen
Studenten: 1000 Yen
Highschool, JHS: 500 Yen
Kinder: frei

Annex, Garten, Hauptgebäude:
Erwachsener: 2000 Yen
Studenten: 1500 Yen
Highschool, JHS: 700 Yen
Alle Kinder im jap. Grundschulalter und drunter dürfen den Annex nicht betreten!

Annex und Garten:
Erwachsener: 1500 Yen
Studenten: 1000 Yen
Highschool, JHS: 500 Yen
Alle Kinder im jap. Grundschulalter und drunter dürfen den Annex nicht betreten!

Für einen Besuch des Annex ist eine Reservierung erforderlich. Führungen gibt es auf Englisch und Japanisch.

Barrierefreiheit
Der Palast mit Garten ist mäßig barrierefrei. Im gesamten Garten liegt Kies auf den Wegen was das Fortkommen etwas erschwert.
Die übliche Route durch das Hauptgebäude führt über Treppen. Der Annex ist nicht barrierefrei.

Anfahrt
State Guest Houses
迎賓館離宮

Tel.: 03-3478-1111

2-1-1, Moto-Akasaka, Minato-ku, Tokyo 107-0051, Japan
〒107-0051 東京都港区元赤坂2-1-1

Webseite Japanisch: https://www.geihinkan.go.jp/akasaka/
Webseite Englisch: https://www.geihinkan.go.jp/en/akasaka/

Toei Oedo Linie
Aoyama Itchome, Ausgang 2 (Fahrstuhl bei Ausgang 5)
Vorsicht, der Weg ist sehr lang!

Metro Marunouchi Linie, Metro Namboku Linie
Yotsuya, Ausgang 1

JR Chuo Linie, JR Sobu Linie
Yotsuya
via atré Einkaufscenter oder Ausgang 3

Karte
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