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第九 – 歓びの未来へ Die 9. – in eine freudige Zukunft

Hier findet ihr jetzt etwas, das es auf meinem Blog eigentlich nicht gibt: eine Buchvorstellung.

Ich hatte früher schon einmal über ein Projekt berichtet, das dieses Buch anlässlich eines 100 Jahres Jubiläums ins Deutsche übersetzen lassen möchte.
Es sind derzeit erst 77% erreicht.

Neugierig wie ich bin, habe ich das Buch bei unserer Bücherhalle bestellt und es Ende April bekommen. Ich war Platz 3 auf der Warteliste, deshalb dauerte es ein wenig.

Gemäß des Themas tauchten einige schwierigere Kanjikomposita auf, doch die Grammatik, die in diesem Buch verwendet wurde, ist sehr einfach. Wäre ich also nicht so faul und hätte alle Kanji, die übrigens mit Furigana (der Umschrift in Hiragana über den Kanji) versehen waren, nachgeschlagen, hätte ich bis zum letzten Kapitel alles verstanden.
Aber auch so erschloss sich mir der Sinn komplett dank der Bilder und des übrigen Textes.


Es gibt quasi zwei Handlungsstränge in dem Buch. Es beginnt in einer Schule in Naruto, wo die grade in die Gegend transferierte Schülerin Ai-chan ihre Klassenkameraden über ein Lied befragt, das alle bald gemeinsam vortragen sollen.
Dieses Lied ist natürlich Beethovens 9. mit dem Text von Schiller.
Zu Hause fragt Ai-chan ihre Großmutter, die in Naruto zu Hause ist, über die Geschichte des Lieds aus.
Diese zückt daraufhin ein Buch, in dem ein Insasse des Bando Gefangenenlagers seine Erlebnisse dort schildert und wie es dazu kam, dass Beethovens 9. an so einem Ort in Japan uraufgeführt wurde.
Am Ende schließt das Buch wieder in der Gegenwart mit Ai-chan, die ihrer Lehrerin erklärt, dass sie unbedingt an der Aufführung des Liedes teilnehmen möchte.
Ein abschließendes Kapitel geht dann noch tiefer in die Geschichte des Lagers, jedoch nicht mehr in Bilderbuchform.

Nachdem ich die Leseprobe des deutschen Projektes gesehen habe, schien mir das Buch ein wenig oberflächlich und einfach gestrickt. Doch jetzt nachdem ich das gesamte Buch lesen konnte, finde ich mich eines besseren belehrt. Der Bericht des Deutschen wie er in das Lager kam, die Leute außerhalb sie freundlich Willkommen hießen und der Lagerkommandant sie ausgesprochen freundlich behandelte, hat mir sehr gefallen.
Interessant war für mich auch, dass es tatsächlich mehr als ein Orchester im Lager gab.

Ich habe nicht recherchiert, ob es diesem Bericht des Lagerinsassen wirklich gibt und sich dieses Buch darauf stützt. Vielleicht stand es im abschließenden Kapitel, das ich nicht gelesen habe (aus Zeitmangel, weil das Japanisch schwerer ist und ich viele Worte hätte nachschlagen müssen). Sollte da jemand mehr wissen, immer her damit!

Übrigens sind nach Auflösung des Lagers einige der Insassen in Japan geblieben und haben das Land zu ihrer neuen Heimat gemacht.
Ein großes Anwesen mit Museum, das „doitsukan“ ドイツ館, erinnert noch heute dort an die Geschichte.

Wer sich für die sehr frühen Deutsch-Japanischen Beziehungen und die Zeit um den ersten Weltkrieg herum interessiert, der sollte sich dieses Buch mal ansehen und das Projekt es auf Deutsch heraus zu bringen noch schnell unterstützen 🙂

Bitte schaut auf der Seite der Herder Community vorbei!

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